"DER STEIN DER REPUBLIK"

Eine Gedenkminute am "Stein der Republik" zum 50. Jahrestag
der Okkupation der Tschechoslowakei durch Hitlerdeutschland im
Jahre 1938 Auf dem Bild sind neben mir noch zwei Soldaten in
historischen Uniformen zu sehen. Die Kränze wurden unter anderem
von Veteranenverbänden sowie offiziellen Vertretern niedergelegt.

Grenzsoldaten im Jahre 1938 mit dem "Stein der Republik"
vor der Kaserne, dem heutigen Waldhotel Peršlák.
Im Jahre 1938, als Österreich längst von Deutschland besetzt war, rückten tschechische
Soldaten in das heutige Waldhotel Peršlák ein, welches damals eine Kaserne war,
Die hier stationierten jungen Männer, schnitten aus einem Sandstein die
Form der damaligen tschechoslowakischen Republik heraus. Danachach meiselten
Sie die Staatsgrenzen in den Stein, damals noch mit der Slowakei und vor allem
mit einem Teil der Karpaten. Weiters folgte die Inschchrift: "Naše je a naše
zùstane 1938". Auf deutsch: "Uns gehört Sie und unsere bleibt Sie".
Damit war die noch junge, bedrohte Republik gemeint.
Als schliesslich noch im gleichen Jahr die deutsche Wehrmacht, aufgrund des
Münchner Abkommens die Grenze überschritt, machten sich gleich ein paar übermutige
deutsche Soldaten daran dem Text etwas hinzuzufügen: "Bis wir kamen 1938".

Die Kaserne während Krieges
Der zweite Weltkrieg vernichtete Europa und hier, vor der ehemaligen tschechischen
Kaserne, vorübergehend von deutschen Soldaten bewohnt, stand nun der Stein mit
dem schmähenden Spruch. Doch das Blatt wendete sich und schon im Mai 1945 zogen wieder
tschechische Soldaten in das Haus. Diese verewigten sich ebenfalls auf dem
Stein: "Pravda vítìzí 1945". Zu deutsch: "Die Wahrheit gewinnt 1945".
Auch während der ganzen kommunistischen Zeit stand der Stein vor der Kaserne.
Als im Jahr 1992 meine Mutter die Liegenschaften erwarb, konnte Sie ihn nur
knapp vor übereifrigen Maurern retten, welche den Stein in das Fundament werfen
wollten.Auch das staatliche Museum bekundete Interesse und wollte das
Denkmal abtransportieren. Gott sei Dank stellte sich heraus, dass der Stein
viel zu schwer wäre und wahrscheinlich durch die Decke des Museums fallen
würde. Somit steht er noch immer hier an seinem Platz und bewacht die Grenze, welche
zum Glück bald keine mehr sein wird.

Der "Stein der Republik" ist ein beliebtes Ausflugsziel geworden und
neben Schulklassen, Veteranenvereinen, Touristen lassen sich mit ihm
auch hin und wieder Militariavereine in historischen Uniformen fotografieren.
Interessant ist dabei der Vergleich des oberen Fotos mit den Grenzsoldaten aus
dem Jahre 1938.
Marcus-O. Hauser
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